Können Sie sich eine Welt ohne Outsourcing vorstellen? Das Auslagern von Aufgaben oder Strukturen von Unternehmen an externe Dienstleister ist heute so selbstverständlich, dass eine Arbeitswelt ohne dieses komplexe Zusammenspiel kaum denkbar scheint.

Dabei setzt es zwei wesentliche Dinge voraus (und das erklärt auch, warum Outsourcing eine „Erfindung“ der Neuzeit ist): Einen Arbeitsprozess, der Outsourcing überhaupt zulässt, und Dienstleister, die die Aufgabe(n) übernehmen können. Erst die Spezialisierung auf bestimmte Arbeitsbereiche und Tätigkeiten im Arbeitsprozess ermöglicht eine innerbetriebliche und überbetriebliche (zwischenbetriebliche) Arbeitsteilung, die – wie wir heute wissen – viele Vorteile bringt.

 

Woher kommt die Idee?

Die Idee des Outsourcings an sich haben schon die großen Ökonomen des 18. Jahrhunderts angedacht. So prophezeite der schottische Aufklärer und Begründer der klassischen Nationalökonomie Adam Smith (1723-1790) vor über 200 Jahren: „Sobald sich die Arbeitsteilung einmal durchgesetzt hat, wird nur ein sehr kleiner Teil der Bedürfnisse eines Menschen durch den Ertrag seiner eigenen Arbeit allein befriedigt werden können.“ Eine Aussage, die heute nicht nur den einzelnen Menschen betrifft, sondern sich auf ganze Organisationen und Unternehmen übertragen lässt.

„Outsourcing bzw. Auslagerung bezeichnet die Abgabe von Unternehmensaufgaben an externe Dienstleister. Es ist eine spezielle Form des Fremdbezugs einer bisher intern erbrachten Leistung, wobei Verträge die Dauer und den Gegenstand der Leistung fixieren“ , so beschreibt es aktuell Wikipedia.

 

Outsourcing heute

Oft wird Outsourcing auch als „ausgelagerte Werkbank eines Unternehmens“ bezeichnet. Doch es ist nicht nur auf Unternehmen der Privatwirtschaft beschränkt: Outsourcing findet auch bei der Wahrnehmung staatlicher Aufgaben im öffentlichen Sektor durch sog. Public Private Partnership (PPP) Modelle statt – etwa beim Bau und Betrieb von öffentlichen Gebäuden oder Straßen , beim Betrieb und der Wartung von Fahrzeugparks  oder sogar beim Betrieb von Gefängnissen . 

Bekannt wurde der Begriff Outsourcing, wie wir ihn heute verwenden, in den 80er Jahren und bezog sich zunächst vor allem auf  EDV-Auslagerungsverträge und IT-Prozesse. Mittlerweile gehört er zum Standardvokabular im Bereich Ökonomie und stellt die Grundlage vieler erfolgreicher Unternehmen und Geschäftsmodelle dar.

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Gute Gründe für Outsourcing

Das Gabler Wirtschaftslexikon bezeichnet Outsourcing als

„eine Verkürzung der Wertschöpfungskette bzw. der Leistungstiefe des Unternehmens. Durch die Inanspruchnahme qualifizierter, spezialisierter Vorlieferanten für Komponenten und Dienstleistungen werden die Produktions-, Entwicklungs-, aber auch Dienstleistungsgemeinkosten des Unternehmens häufig reduziert. Durch Konzentration auf die Kernaktivitäten werden Kostenvorteile realisiert und die eigene operative und eigene strategische Marktposition verbessert.“

 

Externes Wissen zum eigenen Vorteil nutzen

Neben der Effizienz als wichtigstem Vorteil ergeben sich für Organisationen aber noch weitere Nutzen. Zum Beispiel durch die spezielle Form des Outsourcing – das Knowledge Process Outsourcing. Dabei werden besonders komplexe und arbeitsintensive Aufgaben ausgelagert, weil der Outsourcing-Partner über spezielle Kenntnisse in gerade dieser Wissensdomäne oder Technologie verfügt. Die hochwertige Ausbildung von Mitarbeitern des Outsourcing-Partners und das externe Expertenwissen werden also für die eigenen Aufgaben und Prozesse nutzbar gemacht.

Auslagerung von Risiko

Nach Effizienzgewinn und „Wissenseinkauf“ ist Risikomanagement der nächste wichtige Aspekt. Die Auslagerung von risikobehafteten Tätigkeiten und Aufgaben an einen Outsourcing-Partner, der diese Risiken aufgrund von Erfahrung, Wissen oder Technologie besser beherrschen kann, geht mit einer deutlichen Risikoreduktion einher. Hinzu kommt der Risikotransfer – ähnlich wie bei einem Versicherer – zur finanziellen Absicherung eines möglichen Schadens.

Das sind die Vorteile von Outsourcing auf einen Blick:

  • Flexibilität durch schnellere Reaktion auf Veränderungen

  • Effizientere und schnellere Prozesse

  • Profitieren von Skalen-/Mengeneffekten des Partners

  • Geringere Kapitalbindung (Umwandlung von Fixkosten in variable Kosten)

  • Besser kalkulierbare Kosten

  • Niedrigere Total Cost of Ownership bei Software-/IT-gestützten Prozessen

  • Verringerung und Absicherung von Risiken

  • Konzentration auf die eigenen Kernkompetenzen

  • Ausgleich von Know-How- oder Fähigkeitslücken

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Autor: Florian Lauck-Wunderlich