Global Payroll Complexity Index: Ein internationaler Vergleich


Schon der Blick auf den Lohnzettel zeigt es: In die Lohn- und Gehaltsabrechnung fließen erstaunlich viele Faktoren ein, die das Verfahren zu einem sehr komplexen machen. Dabei scheint es, als sei dies gerade in Deutschland wieder einmal besonders kompliziert. Aber ist das tatsächlich so?

Aufschluss darüber gibt der sogenannte Global Payroll Index , der seit 2013 veröffentlicht wird. In der Studie werden Änderungen in der Komplexität der Lohn- und Gehaltsabrechnung pro Land beschrieben, wobei die Einflussfaktoren von digitalen Technologien und der Umgestaltung der Arbeitsformen über strengere Datenvorschriften bis zu verbesserten Personalgesetzen und der Expansion der Geschäftstätigkeit in neue Regionen reichen.

Insgesamt fließen in diesen Bericht die Online-Antworten von 734 HR- und Payroll-Experten ein. Die Studie enthält damit Untersuchungen für 48 Länder. Dabei geht es vor allem um aktuelle und neue Trends sowie Chancen und Herausforderungen, denen gerade Unternehmen, die international  tätig sind und ihre Mitarbeiter folglich in mehreren Ländern abrechnen müssen, gegenüberstehen. 

Wo steht Deutschland?

Erstaunlicherweise steht Deutschland gar nicht so schlecht da: Laut den Studienergebnissen aus dem Jahr 2017 sind Lohn- und Gehaltsabrechnungen in Frankreich und Italien die mit Abstand am komplexesten. Deutschland befindet sich mit einem Indexwert von 5,65 Punkten auf dem 18. Platz und damit im soliden Mittelfeld.

Doch das ist tatsächlich erst seit einigen Jahren so: Im Jahr 2013 wurde der Global Payroll Index zum ersten Mal ermittelt – und da belegte Deutschland noch den dritten Platz, im darauffolgenden Jahr sogar den zweiten der höchsten Komplexität.

Stellt sich also die Frage: Was genau hat sich seitdem verbessert bzw. wo hat die Komplexität abgenommen?

Im Gegensatz zu Deutschland weist z.B. Frankreich laut der Studien dagegen eine konstant hohe Komplexität bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung auf und rangiert daher immer in den TOP 3.

Welche Verbesserungen wurden in Deutschland angestoßen?

Für eine sehr deutliche Reduktion der Komplexität der Lohn- und Gehaltsabrechnung ist im Wesentlichen ein niedrigerer Wert in allen 5 „Komplexitätsparametern“ verantwortlich. Diese sind …

1.       Verwaltung von Mitarbeiterdaten

2.       Verwaltung abrechnungsrelevanter Daten

3.       Prozess der Gehaltsabrechnung

4.       Gesetzliche Meldungen und Erklärungen

5.       Geografische Einflüsse (Richtlinien)

Zwischen 2014 und 2017 haben das tatsächlich nur zwei Länder geschafft: Deutschland und Italien. –Allgemein lässt sich sagen, dass Europa im Ranking ganz vorne mitmischt und in Sachen Lohn- und Gehaltsabrechnung eine (leider) sehr hohe Komplexität aufweist.

Laut Anne Clifford, Global Payroll Senior Director, macht die Studie über alle Länder hinweg gesehen, eins sehr deutlich:

„Bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung geht es nicht mehr nur darum, Leute zu bezahlen. Es geht um das Management von Daten: die Handhabung, Kontrolle und Sicherheit von Daten in einer immer komplexer werdenden Steuer- und Rechtslandschaft".

(eigene Übersetzung aus dem Englischen)

Außerdem ist festzustellen, dass traditionelle Methoden zur Steuerung des Lohn- und Gehaltsabrechnungsprozesses schneller als je zuvor in Frage gestellt werden. Beschleunigt wird das zusätzlich durch neue Technologien, komplexere Gesetze und Datenschutzbestimmungen, Fortschritte bei Sozialleistungen und Vergütungen sowie Veränderungen in der Personalstruktur.

Für Deutschland zeigt die Studie vor allem dies: Es muss nicht immer kompliziert sein, und der Bürokratismus ist – zumindest in Sachen Lohn- und Gehaltsabrechnung – hierzulande gar nicht so ausgeprägt, wie manch einer denkt.

Wenn Sie mehr erfahren möchten: Hier geht es zur gesamten Studie: http://marketing.ngahr.com/payrollcomplexity-2017/ 


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Autor: Florian Lauck-Wunderlich