Mit diesen Technologien lässt sich diese Arbeitnehmergruppe langfristig an das Unternehmen binden


Die ersten digitalen Ureinwohner

Die sogenannte Generation Y ist vor allem eines: anspruchsvoll. Glaubt man der Meinung der Medien, haben wir es mit einer Generation zu tun, die sich natürlich auch als Arbeitnehmer entsprechend anspruchsvoll verhält. Umso besser, einiges über sie zu wissen, um als Arbeitgeber vorbereitet zu sein! 

Wer zwischen 1980 bis 2000 geboren ist, zählt nicht nur zur Generation Y, sondern auch zur ersten Generation der Digital Natives. Gemeint sind diejenigen, die von Kind an mit den technischen Möglichkeiten des neuen digitalen Zeitalters aufgewachsen sind. Ob Internet, Computerspiele oder Kommunikation, gern auch mobil: All das gehört zu dieser Generation und ihrer Sozialisation selbstverständlich dazu.

Demografischer Wandel – verändertes Verständnis von Arbeit

Und noch etwas unterscheidet die „Millennials“, also die um die Jahrtausendwende Geborenen: Sie sind überwiegend gut ausgebildet, verfügen oft über einen Hochschulabschluss, und auch ein Auslandssemester oder -praktikum ist schon fast nichts Besonderes mehr. 

Während die vorherige Generation der „Babyboomer“, also der geburtenstarken Jahrgänge, geboren Anfang der 1960er, langsam in Rente geht, werden die Millennials die Führungsetagen erobern – doch das in etwas anderer Form als ihre Vorgänger. Denn schon jetzt zeigt sich, dass beide Generationen recht unterschiedliche Vorstellungen haben, wenn es ums Arbeiten geht, aber auch bei anderen Werten und ganz allgemein dem, was man vom Leben erwartet. 

 

Hinterfrage alles!

So macht diese Generation ihrem Namen alle Ehre, denn das Y wird im Englischen „why“ gesprochen, zu Deutsch: Warum. Im Gegensatz zu vorherigen Arbeitnehmern werden Strukturen nicht einfach hingenommen, sondern gern hinterfragt – mit entsprechendem Konfliktpotenzial. 

Unternehmen sind also gut beraten, sich rechtzeitig auf die Arbeitnehmer der Generation Y einzustellen. Denn die andere Sichtweise auf Arbeit und Leben führt auch dazu, dass diese Generation anders motiviert werden muss und erreichbar ist.

"War for talents"

Gleichzeitig sind sich die Millennials ihres Wertes allein aufgrund des demografischen Wandels sehr wohl bewusst. Nicht umsonst heißt es inzwischen „War for talents“, wenn es um die Gewinnung von neuen Arbeitskräften, vor allem Fachkräften geht. In diesen „Kriegszeiten“ fragen sich viele die meisten Unternehmen deshalb:

  • Wie „tickt“ die Generation Y, was motiviert sie?
  • Was muss ich tun, um speziell für diese Zielgruppe ein attraktiver Arbeitgeber zu sein?

Zwei sehr interessante Studien, die die Einstellungen, Ansprüche und Erwartungen der „Gen Y“ an Leben und Beruf im Detail beleuchten finden Sie hier: 

https://goo.gl/3dClW7

https://goo.gl/NbqtmY

 

Für Sie als Personaler heißt es, diese wichtigen Aspekte rund um die Generation Y genau zu analysieren, eine Strategie zu definieren, wie diese potenzielle Mitarbeitergruppe am besten erreicht werden kann, und konkrete Maßnahmen anzugehen.

Mitarbeiterbindung mit Hilfe von Employee Self Services (ESS)

Eine Strategie besteht darin, sich das zunutze zu machen, was die Millennials auszeichnet: ihr technisches Know-how und ihre Technikbegeisterung. Im Folgenden stellen wir also den technikaffinen Lebensstil der Generation Y in den Fokus und widmen uns folgender Frage: 

Mit welchen Technologien lässt sich diese Arbeitnehmergruppe langfristig an das Unternehmen binden?

Eines ist klar: Bei den Ansprüchen an die Bedienbarkeit digitaler Geräte und Anwendungen gibt die Generation Y die Richtung vor – digitale Prozesse müssen vor allem einfach sein, und das gilt auch für HR Prozesse. Das bedeutet für viele Unternehmen, sich hier entsprechend anzupassen und erheblich innovativer zu werden, um mit dem erwarteten und vorausgesetzten Standard mithalten zu können. 

Ein großes Potenzial liegt in erster Linie bei den technischen Geräten und Technologien, die täglich – vor allem privat – genutzt werden: Smartphones & Apps. Aber mit welchen Inhalten gelingt es, den HR-Bereich und die Smartphones der Mitarbeiter sinnvoll in Kontakt zu bringen? Wie muss also ein HR-Service aussehen, der einen hohen Nutzen bietet und gleichzeitig ein so hohes Innovationspotenzial besitzt, dass er tatsächlich für die Zielgruppe interessant wird?

Die Lösung: Employer Self Services, kurz ESS

Gerade im Bereich HR gibt es viele Daten und Informationen, die jeder Mitarbeiter am liebsten zu jeder Zeit und ortsunabhängig abfragen können möchte. Dazu zählen Fragen wie: Wie sieht mein Zeitkonto aktuell aus? Ist mein Dienstreiseantrag schon genehmigt? Und für wann genau hatte ich nochmal Urlaub eingetragen?

Durch smarte Apps auf dem eigenen oder dem Firmenhandy können Mitarbeiter über den Zugriff auf ihre persönlichen Daten genau diese Fragen selbst beantworten und Informationen – soweit sinnvoll und gewünscht – auch selbst verwalten. Dies betrifft zum Beispiel …

  • Stammdatenänderungen
  • Zeitkonto
  • Urlaubs- und Dienstreiseanträge
  • Weiterbildungsmanagement
  • Buchungen im Fuhrparkmanagement etc.

All diese Daten und Prozesse können dank ESS vom Mitarbeiter selbstständig eingesehen und/oder bearbeitet werden. 

Das bringt Ihnen ganz konkret zwei Vorteile:

  • Mit dem Selbstverwaltungsportal vereinfachen und beschleunigen sich Ihre administrativen HR Prozesse – Sie haben somit mehr Zeit für die wichtigen HR-Aufgaben.
  • Zum anderen stärken Sie Ihre Attraktivität als Arbeitgeber, da Sie Mitarbeiter aus der Generation Y nicht bevormunden und zusätzlich mit neuester Technik aufwarten.

Amazon Echo und Alexa in der Personalabteilung

Neben ESS gibt es noch andere Technologien, die Sie auf den ersten Blick vielleicht gar nicht mit dem HR-Bereich in Verbindung bringen, die aber bei der Beantwortung folgender Fragen helfen könnten:

  • Wie verhält es sich neben Mitarbeitern, die Sie für Ihr Unternehmen gewinnen möchten, mit neuen Kollegen für Ihre eigene Abteilung: Wie attraktiv ist der HR-Bereich selbst als Arbeitsplatz?
  • Wie tickt der Generation Y-Personaler?
  • Welche Technologien bieten sich aktuell schon an – und wie könnte die Zukunft aussehen?

Zum Beispiel Amazon Echo und Alexa. Gemeint ist, wie es Wikipedia beschreibt, ein „internetbasierter Intelligenter Persönlicher Assistent mit Lautsprecherfunktion“. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie als Personaler das digitale Abrechnungsarchiv des Unternehmens per Sprachsteuerung bedienen könnten? Oder sich mit einer kurzen, gesprochenen Anweisung relevante Abrechnungsdokumente suchen und anzeigen lassen, mehrere PDFs in einem Dokument zusammenfügen, lokal drucken oder speichern?

Das Prinzip heißt: Fragen stellen und Informationen erhalten, ohne aufwendig nach Dokumenten zu suchen, wie zum Beispiel …

Frage: „Alexa, frag‘ das Abrechnungsarchiv, wie hoch der Auszahlungsbetrag von Christiane Neubauer im Januar 2018 war!“

Antwort: „Christiane Neubauer wurde am 28.01.2018 1894,78€ netto auf folgendes Konto …. überwiesen. Benötigen Sie noch weitere Informationen?“

Sie sehen: Theoretisch werden viele Prozesse durch die Technologie der Sprachsteuerung einfacher und schneller. Und je häufiger Sie solch einen Service nutzen, desto schneller lernt der digitale Assistent Ihre Sprachgewohnheiten kennen, Ihr Vokabular und Ihre persönlichen Präferenzen bei Abfragen.

Das ist zwar (noch) Zukunftsmusik. Und auch, wie die Generation Y tatsächlich arbeiten wird und welche Technologien sich letztlich durchsetzen, das wird sich erst in ein paar Jahren zeigen. Aber es schadet nicht, sich schon jetzt mit genau dieser Zukunft gedanklich auseinanderzusetzen. Vielleicht sind Sie dann einer der Ersten, der diese Services seinen Mitarbeitern bieten kann? Es bleibt spannend!



Autor: Florian Lauck-Wunderlich