Begriffsdefinition und praktische Ansätze zur Umsetzung


Auch wenn New Work übersetzt „neues Arbeiten“ heißt: So neu ist dieser Begriff gar nicht mehr. „Erfunden“ hat ihn bereits 2004 der Philosoph Frithjof Bergmann: Er entwickelte das Konzept New Work auf der Grundlage einer Untersuchung des Freiheitsbegriffs – New Work als Befreiung von der Knechtschaft der Lohnarbeit.  Seitdem hat der Begriff New Work eine bemerkenswerte Karriere hingelegt, auch wenn oft unklar bleibt, was genau das wirklich Neue am „Neuen Arbeiten“ ist.

Fehlende Klarheit

Außerdem verbindet jeder mit dem Schlagwort etwas anderes. Für den einen liegt das Neue in Ideen wie Urbanisierung, für andere sind es Digitalisierung, neue Kommunikationsformen, Konnektivität oder gar coole Start-ups, in denen sich mit Vorliebe Hipster tummeln.

Was alle Konzepte verbindet ist die Vorstellung, dass das Arbeiten der Zukunft eben irgendwie anders wird oder werden sollte. Aber reicht es, Budapester gegen Sneaker zu tauschen? Ist ortsunabhängiges Arbeiten und vernetzt zu sein das, was man wirklich möchte? Hinter all diesen Aspekten steht zumindest der Wunsch, dass sich etwas ändern sollte: Einen „Sinn der Arbeit“ zu finden und das alles möglichst auf Augenhöhe, ohne Hierarchien und demokratisch oder selbstbestimmt. 

Viele Unternehmen sehen aber nur die äußeren Veränderungen, die Spitze des Eisbergs, und übernehmen oberflächliche Konzepte. Doch wer glaubt, dass die Produktivität von Mitarbeitern durch bunt gestrichene Wände und das Aufstellen eines Kicker-Tisches gesteigert werden kann, verkennt, dass sich nichts ändert, so lange die Arbeit an sich die gleiche bleibt.

Der Kunde ist König!

Je größer ein Unternehmen, desto mehr beschäftigt es sich mit sich selbst: Das hat der britische Historiker Cyril Northcote Parkinson herausgefunden. Jeder, der in einem „größeren“ Unternehmen arbeitet, wird an dieser Stelle zustimmend nicken. Leider wird durch diese Selbstbeschäftigung aber der Kunde – der eigentliche und ausschlaggebende Faktor, warum das Unternehmen überhaupt existiert – oft vernachlässigt. Ein Unternehmen sollte sich aber immer sowohl auf den Kunden als auch auf die Märkte und den Wettbewerb ausrichten. Von außen betrachtet ist für den Kunden auch allein die Leistung des Unternehmens das, was zählt. Die interne Perspektive des Unternehmens, die Prozesse und Abläufe sind kein Selbstzweck, sondern organisieren das Arbeiten oder die Leistung für den Kunden.

 

Die Frage, die sich Unternehmen und Führungskräfte im Rahmen von New Work also stellen sollten ist NICHT, wie sie die einzelne ARBEIT neu gestalten sollen. Denn die Aufgaben gibt der Kunde vor. Sie sollten sich eher fragen, wie Mitarbeiter auf neue Art und Weise ZUSAMMENARBEITEN können, um die geleistete Arbeit wettbewerbsfähiger zu machen und die Kundenanforderungen rundum zu erfüllen.

Was können Sie als Personaler tun?

Zusammenarbeiten, das heißt: Arbeitsabläufe, also Prozesse. Konzentrieren Sie sich auf die Prozesse in Ihrem Unternehmen oder Ihrem Bereich und versuchen Sie, diese so zu verschlanken, dass der Zeitaufwand gesenkt und Kosten gespart werden können.

Im HR-Bereich könnten Sie zum Beispiel den Service- und Kommunikationsprozess zu Ihren Mitarbeitern verbessern, indem Sie analoge, zeit- und kostenstrapazierende Prozesse „digitalisieren“. Führen Sie ein digitales Archiv ein, in dem jeder Mitarbeiter seine Stammdaten selbstständig ändern oder Gehaltsnachweise einsehen kann.

Erfahren Sie dazu mehr in einem weiteren Blogbeitrag:

Verdienstnachweise digital bereitsellen

Viele Unternehmen haben es vorgemacht: Wenn Sie Prozesse wie diese verschlanken, bleibt mehr Zeit für strategische Aufgaben und die Produktivität insgesamt lässt sich steigern.

Dann können Sie sich tatsächlich auf die Schulter klopfen, denn Sie haben etwas erreicht, das den Namen NEW WORK wirklich verdient. Und wenn Sie dadurch zusätzlich freie Kapazitäten schaffen, um in einem bunt gestrichenen Büro Tischkicker zu spielen und Spaß zu haben, umso besser!


Melden Sie sich für unseren Blog-Newsletter an:


Autor: Florian Lauck-Wunderlich 


Quellenangaben


[1] de.wikipedia.org/wiki/New_Work
[2] http://larsvollmer.com/ich-war-noch-niemals-in-new-work/