Jetzt heißt es: Stempeln für alle! Oder wie?!


Autorin

Barbara Buj
Produktmanagement VRG HR

New Work und die gute alte Stechuhr? Wenn es um Arbeitszeitkonzepte geht, scheinen diese Themen so gar nicht zusammenzupassen. Flexible Arbeitszeiten, Vertrauensarbeitszeit und Home Office auf der einen Seite, minutengenaue Zeiterfassung, Präsenzzeiten und ein tipptopp-gepflegtes Arbeitszeitkonto auf der anderen.

Sie kennen es selbst: Beim Thema Arbeitszeit und Zeiterfassung gibt es meistens zwei sehr konträre Lager. Und so wird die folgende Nachricht eben auch nur eine Seite wirklich freuen: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat am 14. Mai 2019 beschlossen, EU-weit alle Arbeitgeber zu verpflichten, systematisch die Arbeitszeiten ihrer Angestellten zu erfassen.

Der Hintergrund

Auslöser für das Urteil ist eine Gewerkschaft in Spanien: Sie hatte geklagt, da dort bislang – genau wie in Deutschland – lediglich eine Pflicht zur Erfassung von Überstunden gilt. Doch wie könne man Überstunden korrekt dokumentieren, ohne gleichzeitig alle geleisteten Stunden zu erfassen? Mit diesem Argument entschied der EuGH zugunsten der Gewerkschaft, mit der Folge, dass nun alle EU-Mitgliedsstaaten ihre Arbeitgeber zur systematischen Arbeitszeiterfassung verpflichten müssen. Zwar obliegen Entscheidungen hinsichtlich der Details den Staaten selbst – aber unter Wahrung der relevanten EU-Richtlinien, und das sind so einige: Die EU-Grundrechtecharta, die EU-Arbeitszeitrichtlinie und die EU-Richtlinie über die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer bei der Arbeit. Besonders zu betonen sei hier laut obersten Richtern das „Grundrecht auf Begrenzung der Höchstarbeitszeit“ sowie auf tägliche und wöchentliche Ruhezeiten.

Kommt die gute alte Stechuhr zurück? Oder geht’s auch elektronisch?

Genau diese Regelungen treffen aber oft auf das, was für die meisten in unserer „modernen Arbeitswelt“ schlichtweg Alltag ist: Die Frage der Erfassung von Home-Office-Zeiten, Außendienst sowie kurze Telefonate oder die schnelle Antwort auf eine E-Mail am Abend, zu Hause, natürlich nach der „eigentlichen“ Arbeitszeit. Manch einer wird das Urteil also dankend begrüßen: „Jetzt sieht mein Chef endlich schwarz auf weiß, was ich hier alles leiste – und das sogar abends oder am Wochenende, über die ‚gängigen Bürozeiten‘ hinaus …!“.

Personen aus dem oben erwähnten anderen Lager werden sich aber wohl eher in ihren Freiheiten eingeschränkt fühlen. Doch ist es nicht vor allem lästig und kostet wiederum Zeit, diese Mehrarbeit – womöglich noch händisch – in einem System zu erfassen? Was, wenn ich es doch einmal vergesse? Was, wenn es plötzlich heißt, ich müsse weniger arbeiten? Was ist mit den Gesetzen zu Ruhezeiten? Etwa, wenn ich abends um 23 Uhr nur noch eben kurz eine E-Mail beantworte: Darf ich dann vielleicht vor 8 Uhr am nächsten Morgen gar nicht wieder „einstempeln“? Und (wie) geht das alles ganz schnell und digital?

 

Sie sehen: Viele Fragen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Und dabei haben wir noch nicht einmal alle erwähnt … Keine Fragen offen lassen jedoch unsere ebenso effizienten wie beliebten Lösungen zur Zeiterfassung – denn wozu ist Digitalisierung schließlich da? 

Also, nutzen Sie die Gunst der Stunde – das Urteil ist rechtskräftig und betrifft uns alle! – und gehören Sie zu den Ersten, die die geforderten Änderungen umsetzen. Dafür unterstützen wir Sie gern mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung, mit umfassenden Lösungen – und natürlich mit so viel Zeit, wie Sie wollen.



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