Neues Jahr, neue Gesetze – und das bedeutet gerade für Sie in der Personalabteilung immer wieder neue Herausforderungen.



Autor: Lukasz Glowacki

Denn Rechtsverstöße, die aus nicht umgesetzten gesetzlichen Änderungen resultieren, können unangenehme (finanzielle) Folgen haben. Deshalb haben wir Ihnen im Folgenden zusammengestellt, auf welche 5 Gesetzesneuerungen Sie 2019 besonders achten sollten:

1. Mindestlohn

2. Krankenversicherungsbeiträge

3. Brückenteilzeit

4. Qualifizierungschancengesetz

5. Diensträder

1. Mindestlohn – Mehr für alle

Nach langer Diskussion ist es nun durch: Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 um 42 Cent und 2020 noch einmal um 16 Cent. Damit haben auch Ihre Arbeitnehmer ab sofort und rückwirkend zum 01.01. Anspruch auf einen Mindestlohn in Höhe von 9,19 Euro pro Stunde.

2. Krankenversicherungsbeiträge: Wieder gleichgestellt

Seit 2015 betrug der Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung 14,6 Prozent und wurde zur vom Arbeitgeber übernommen. Seit 1. Januar 2019 kommen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder beide zur Hälfte für die Beiträge zur Krankenversicherung auf.

Auch der Zusatzbeitrag ist betroffen, also Ausgaben, die darüber hinausgingen, und bisher allein vom Arbeitnehmer gestemmt werden mussten (zwischen 0,83 und 1,1 %). Der Zusatzbeitrag wird ab 2019 ebenfalls zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert (50/50): Ihre Mitarbeiter werden damit entlastet, Sie als Arbeitgeber entsprechend belastet.

3. Brückenteilzeit – Rückkehr zur Vollzeitstelle

Mit dem Jahr 2019 tritt die sogenannte „Brückenteilzeit“ in Kraft: Damit ist gemeint, dass Mitarbeiter ihre Arbeitszeit nur für eine bestimmte Zeit verkürzen und danach wieder in eine Vollzeitstelle zurückkehren können.

Die neue Regelung gilt allerdings nur für die Arbeitnehmer, die ab dem 1. Januar 2019 einen Arbeitsvertrag in Teilzeit abschließen.

Und: Kleinstunternehmen sind ausgenommen. Die Brückenteilzeit gilt für Unternehmen mit mindestens 45 Beschäftigten; wer zwischen 45 und 200 Mitarbeiter beschäftigt, muss nur einem von15 Mitarbeitern die Brückenteilzeit gewähren.

4. Qualifizierungschancengesetz: Mehr Zuschüsse für Fortbildungskosten

Viele Mitarbeiter wünschen sich mehr Weiterbildung – passend dazu haben sich die Zuschüsse für Fortbildungskosten erhöht. Wessen Berufsabschluss mindestens vier Jahre zurückliegt und wer in den letzten vier Jahren keine öffentlich geförderte Weiterbildung in Anspruch genommen hat, kann eine Weiterbildung von mindestens vier Wochen Dauer und außerhalb des Unternehmens wahrnehmen.

Auch wenn Arbeitnehmer, die eine Weiterbildung wollen, einen gesetzlichen Anspruch darauf haben, gibt es keinen Rechtsanspruch, diesen auch finanziert zu bekommen. Letztlich entscheiden Sie als Arbeitgeber (und anders, als zum Beispiel bei der Elternzeit) über eine mögliche Weiterbildung.

Die Kosten einer Weiterbildung übernehmen Unternehmen und Bundesagentur für Arbeit gemeinsam. Dabei beteiligt sich die Bundesagentur je nach Betriebsgröße mit folgendem Anteil:

bei 0-9 Mitarbeitern                     à 100% der Weiterbildungskosten / Lohnfortzahlung zu 75%

bei 10-250 Mitarbeitern              à 50% der Weiterbildungskosten / Lohnfortzahlung zu 50%

bei > 250 Mitarbeitern                 à 25% der Weiterbildungskosten 

Übrigens: Wenn keine Weiterbildung gebraucht wird, muss auch weniger Arbeitslosenversicherung gezahlt werden, genauer: einen halben Prozentpunkt weniger vom Bruttoeinkommens, was Unternehmen zusätzlich entlastet.

Neuer Call-to-Action

5. Dienstfahrräder – (Steuer-)Freie Fahrt

Der Trend zum Radfahren und Dienstrad hält an – und könnte sich ausweiten: Mit 2019 ist es möglich, Dienstfahrräder steuerfrei zur Verfügung zu stellen. Der geldwerte Vorteil muss nicht mehr versteuert werden. Auch Elektro- und Hybridfahrzeuge werden seit diesem Jahr mit 0,5% statt mit 1 % versteuert. Wenn Sie also über neue Firmenwagen nachdenken, könnte sich ein Hybrid durchaus interessant sein – und schont auch noch die Umwelt (mehr zum Thema in unserem Artikel "New Pay: Gehaltsmodelle im Wandel").


Weitere interessante Gesetzesänderungen finden Sie übersichtlich zusammengefasst auf:
www.deutsche-handwerks-zeitung.de/



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